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  • Marisa Rieger

Filmtipp - The true cost – der Preis der Mode

Aktualisiert: 11. Nov 2020

Jeder von uns kennt diese Situation – Wir sehen ein tolles T-Shirt im Schaufenster, das sofort anprobiert werden muss. Auf dem Weg in die Kabine finden wir dann auch noch einen schönen Pulli, der besonders kuschelig ist und eine Hose, die ihr auf Instagram gesehen habt. In der Kabine angekommen werden die Teile voller Vorfreude anprobiert. Das T-Shirt kneift ein bisschen unter den Armen, die Hose sieht angezogen gar nicht so wie in der Werbung aus. Es ist Sommer und eigentlich benötigst du keinen Pulli. Aber der Preis ist so verlockend, dass am Schluss dennoch alle drei Teile in deiner Shoppingtasche landen.

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie es sein kann, dass wir T-Shirts im Laden kaufen können die nur 4,90€ kosten?

Wenn man sich nur kurz Gedanken darüber macht, dass von den 4,90€ die Materialien, die Näher/innen, der Transport und die Verkäufer/innen bezahlt werden müssen, wird einem klar, dass es in diesem System nur Verlierer geben kann.

Die Dokumentation „ The true cost - der Preis der Mode“ beantwortet genau diese Fragen und beleuchtet darüber hinaus die verheerenden Auswirkungen der sogenannten „Fast Fashion“, ausgelöst durch die Textilindustrie.

Es gibt kaum einen Markt, in dem Schein und Realität so weit auseinander liegen wie in der Textilindustrie. Auf der einen Seite steht die globale Modebranche, eine 2,5 Billionen Dollar schwerer Industrie, die auf glamourösen Modeschauen die neueste Mode präsentiert. Auf der anderen Seite wird genau diese teuere Kleidung meistens unter sklavenähnlichen Bedingungen, in sogenannten Dritteweltländern, produziert.

Es gibt rund 40 Millionen Näher und Näherinnen, wobei mehr als 85% Frauen sind. In der Dokumentation ist eine 23 jährige junge Frau zusehen, die unter Tränen die Situation in den Fabriken beschreibt: „Wir Näherinnen werden regelmäßig von den Vorarbeiter/innen geschlagen, uns wird mit Kündigung oder Gefängnis gedroht. Oft wird uns sogar der Toilettengang verweigert.“

Wie kann es sein, dass millionenschwere Konzerne, ihre Waren ohne Rücksicht auf Menschenrechte herstellen dürfen?

In der Dokumentation wird auch diese Seite aufgezeigt. Die Vertreter der Konzerne sind sich einig: „Es wird niemand gezwungen in den Fabriken zu arbeiten.

Aber es sind nicht nur die Menschen, die unter der Modeindustrie leiden. Es ist auch die Umwelt, die mit den eingehenden Auswirkungen zerstört wird. Neben der Öl-Industrie ist die Modebranche für die meisten Umweltverschmutzungen verantwortlich.

Die Giftstoffe, die bei der Herstellung der Stoffe entstehen, werden ungefiltert in die Flüsse geleitet. Flüsse, in denen sich die Menschen waschen und daraus trinken. Diese Bilder sind erschreckend und traurig zu gleich.

Die Verschmutzung der Umwelt beginnt jedoch schon viel früher. Bereits bei dem Anbau von Baumwolle, werden hunderte von Litern Pestizide gespritzt.

Ihr möchtet diesen Wahnsinn nicht mehr unterstützen? Dann kauft eure Kleidung bewusst ein. Schreibt ein Konsumtagebuch, schlaft eine Nacht über euren Kaufwunsch, geht in Secondhandläden. Kauft nur Kleidung, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden, sog. fair Fashion. Schaut euch die Etiketten der Kleidungsstücke an. Ist das T-Shirt aus Bio-Baumwolle? Wo wurde es hergestellt?

Wenn wir alle unser Konsumverhalten überdenken und einfach bewusster einkaufen, kann jeder von uns etwas Gutes tun!

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